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Es gibt zwei verschiedene Benennungen für ein Haus, das die passive Sonnenenergie zur Energieversorgung nutzt: Aktiv- oder Passivhaus. Im Gegensatz zu diesen Häusern, die die Energie von der Umwelt nutzen, setzt das Niedrigenergiehaus "nur" auf gute Isolierung, um so Energie zu sparen.

Wie funktioniert ein Passiv- oder Aktivhaus?

Ein Passivhaus nützt die passive Sonnenenergie zur Energieversorgung. Sogenannte Superfenster isolieren hervorragend, trotzdem lassen sie die Sonnenenergie herein. Auch bei Wänden und Dächern ist eine kompakte Isolierung das Um und Auf.

Mit einfachen Mitteln wie großen Fenstern, die das Tageslicht hereinlassen und die gleichzeitig die Natur näher erscheinen lassen, kann Energie gespart werden. Da keine Ölheizung benötigt wird und da auf Grund der guten Isolierung der Straßenlärm nicht zu hören ist, wird das Wohnklima durch die Ruhe aufgewertet.

Die Luftumwälzung wird von einem automatischen Belüftungssystem übernommen. Die Menge der Frischluft, die hereingelassen wird, hängt vom CO2-Gehalt der Wohnungsluft ab. Außerdem wird die hereinströmende Luft zuerst erwärmt.

Für die Beheizung der Gebäuden werden in Österreich ca. 40 % des Gesamtenergieverbrauches aufgebracht. Ein Drittel könnte durch entsprechende Wärmedämmung eingespart werden. Bei Niedrigenergiehäusern ist der Anteil noch viel höher. Wie der Name Niedrigenergiehaus schon sagt, nutzt das Gebäude die Energie optimal aus und benötigt dadurch kaum zusätzliche Energie: Es benötigt nur noch 5 % der Heizenergie und 10 % der Stromenergie eines "normalen" Hauses.

Solarenergie: umweltfreundlich, praktisch und wirtschaftlich

Mitte der 80er Jahre wurden in Deutschland und Österreich immer mehr Sonnenkollektoren errichtet. 1994 sind allein in Österreich mehr als 1 Mio. m² Kollektorfläche installiert gewesen. Wird die Solarenergie für die Warmwasserbereitung und Heizung, die gemeinsam für 90 bis 95 % des Energieaufwandes eines durchschnittlichen Haushaltes verantwortlich sind, eingesetzt, so reicht ein Zehntel des normalen, jährlichen Energieverbrauches aus. So ist zum Beispiel ein Niedrigenergiehaus in Salzburg statt mit den üblichen 10 bis 20 m Brennholz mit nur 1 bis 2 m den ganzen langen, rauen Winter hindurch beheizt und das Wasser aufbereitet worden.

Die Mehrkosten für die bessere Isolation und die Solartechnik werden durch die niedrigen Strom- und Heizkosten amortisiert (refinanziert).

An sonnigen Tagen erwärmt beim Niedrigenergiehaus die heiße Kollektorluft den Steinspeicher. Diese Bachsteine im Keller dienen als Wärmespeicher und geben die Wärme bei schlechtem Wetter wieder ab.

Wesentliche Merkmale eines Passivhauses

  • standortgerechte Planung
  • kompakte Gebäudegeometrie
  • helle, sonnendurchflutete Räume
  • passive Solarenergienutzung
  • Sonnenkollektoren
  • Wintergarten ersetzt Erker, Balkon
  • Verzicht oder zumindest Einschränkung von Leim- und Holzschutzmittelverbrauch in Böden und Bauholz
  • weniger Abgase aus dem Hausbrand (nur mehr 1-2 m trockenes Holz)
  • Warmwasserbereitung durch Solarenergie
  • Wärmespeicherfähigkeit der Wände, Böden etc. durch Lehm und naturbelassenes Holz
  • Reduktion der Wärmeverluste (gute Isolierung durch zB Flachsdämmung, keine Wärmebrücken)
  • niedriger Heizwärmebedarf
  • keine herkömmliche Heizung notwendig und somit von Heizkostensteigerung und Versorgungssicherheit unabhängig
  • Komfortlüftung

Passivhaus schiebt Ölindustrie einen Riegel vor

Jedes Passivhaus spart gegenüber einem durchschnittlichen Wohnhaus mehr als 90 % Heizöl (wenn die zusätzliche Heizung überhaupt eine Ölheizung ist – meist ist es eine Holzheizung), das sind pro Jahr bei 100 m² Wohnfläche 1.350 l. 15.000 Passivhäuser sparen somit 20.250.000 l Heizöl im Jahr und vermeiden einen CO2-Ausstoß von 56.700 t! Außerdem sind die Passivhausbesitzer von ansteigenden Heizkosten (durch steigende Ölpreise) nicht betroffen. Da die Kosten im Passivhaus nicht einmal mehr € 1/m² und Jahr betragen, können angesichts des aktuellen Heizölpreises jährlich mehr als € 600 eingespart werden. Der übrige Energiebedarf lässt sich problemlos und kostengünstig über erneuerbare Energien decken. Passivhäuser machen von fossilen Energieträgern unabhängig.