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Warum ist Holz umweltfreundlich?

Holz ist im Prinzip nichts anderes als gespeicherte Sonnenenergie und somit zu 100 % umweltfreundlich.

Beim Wachstum nimmt der Baum so viel Kohlendioxid auf, wie beim Verbrennen freigesetzt wird. Dadurch ist der CO2-Kreislauf geschlossen (siehe auch unter natürlicher und veränderter CO2-Kreislauf).

Erdöl hingegen ist über Millionen von Jahren entstanden. Bei der Verbrennung gibt es ebenfalls nur so viel Kohlendioxid ab, wie beim Entstehen gebunden worden ist, allerdings wird der Erdölvorrat innerhalb kürzester Zeit verbrannt. Was sind schon ein paar Jahrzehnte im Vergleich zu Millionen von Jahren?

Nachwachsender Rohstoff mit wertvollen Eigenschaften

Holz zählt zu den NAWAROS, da es kein gleichförmiges Material wie Stahl oder Glas ist, sondern aus Zellen, Poren, Kapillaren und verschiedensten Inhaltsstoffen, aus organischer Masse, besteht. Holz verfügt auch über einen guten Zusammenhang zwischen Festigkeit und Rohdichte, der mittels der Reißlänge (gibt die Länge eines frei aufgehängten Stabes an, bis er auf Grund seines Eigengewichtes abreißt) gemessen wird. Bei Stahl beträgt diese Länge je nach Stahlqualität 4 bis 8 km, bei Aluminium 11 km, bei Holz je nach Art und Struktur 11 bis 20 km. Ähnlich hervorragende Werte erreicht der Baustoff Holz auch beim Zusammenhang zwischen Volumen und Gewicht und der Fähigkeit, Schall zu isolieren und Wärme zu dämmen.

Weiters gilt Holz in verschiedenen Religionen, wie zum Beispiel dem Katholizismus, dem Hinduismus (heilige Feigenbaum), dem Islam und in indianischen Kulturen als Symbol des Lebens - und das nicht ohne Grund! Wir könnten unseren Energiebedarf mit unseren Wäldern decken - Bäume bilden eine Alternative zur Wegwerfgesellschaft, da sie den natürlichen Energiekreislauf schließen. Aber das Holz können wir nicht nur als Energielieferant verwenden sondern auch für edle Musikinstrumente und Holzfässer, die dem Wein die vollendete Reife geben.

Aufbau des Holzes - ähnlich unserer Lunge

"Ähnlich der menschlichen Lunge ist Holz aus einem unglaublichen feinen Zellsystem mit dünnen Wänden und Zellhohlräumen aufgebaut. Die Zellwände selbst sind wiederum von einem noch viel feineren System von Poren und Röhrchen durchzogen. Das Ergebnis dieser Feingliedrigkeit ist dasselbe wie bei unserer Lunge: Holz hat eine unglaublich große 'innere Oberfläche'. Ein Kubikzentimeter Zellulose (das ist der prozentmäßig wichtigste Baustoff der Holzsubstanz) hat die unvorstellbare 'innere Oberfläche' von ca. 6 Mio. cm². Ein Mensch-ärgere-dich-nicht-Würfel voll Zellulose beinhaltet demnach eine Fläche, auf der man ein Einfamilienhaus mit Garten unterbringen könnte (600 m²)." (... dich sah ich wachsen, Erwin Thoma; S. 110)

Holz ist feuchtigkeitsregulierend

Diesen vielen Poren und Hohlräumen ist es auch zu verdanken, dass unbehandeltes Holz die Luftfeuchtigkeit reguliert (sodass wir sie als behaglich, angenehm und gesund empfinden) und sogar Schad- und Geruchsstoffe aus der Luft aufnimmt, filtert und elektrische Ladungen der Raumluft vermindert.

Die Fähigkeit, die Luftfeuchtigkeit zu regulieren, verliert unbehandeltes Holz nie – deshalb kann es auch unser Raumklima wesentlich verbessern. Mit seiner riesigen inneren Oberfläche, mit den vielen Poren, Kapillaren und Mikroröhrchen gleicht atmendes Holz jede Feuchtigkeitsänderung der Luft aus. Bei feuchter Luft nimmt Holz Feuchtigkeit auf, die es bei trockener Luft wieder abgibt - diese Fähigkeit erleichtert dem Menschen das Atmen. Von diesem Effekt kann man besonders im Badezimmer Gebrauch machen (Bedingung ist auch hier wieder, dass die Oberflächenbehandlung des Holzes die Atmung nicht behindert und bei Ausnutzung optimaler Feuchtigkeitsregulierung muss das Holz zum richtigen Zeitpunkt gefällt werden). Es ist aber nicht nur wichtig, dass das Holz zum richtigen Zeitpunkt geerntet wird, sondern es muss auch die richtige Wahl der Holzart getroffen werden. Baumauswahl, Lagerung und Trocknung, Konstruktion und Verarbeitung kommen noch hinzu.

Jahresringe - geben Auskunft über das Alter des Baumes

Das Alter eines Baumes kann von der Anzahl der Jahresringe vom unteren Baumstammquerschnitt abgezählt werden. Jedes Jahr entsteht ein solcher Ring. Bei Nadelhölzern sind diese Jahresringe besser zu erkennen als bei Laubbäumen. Das jüngere Holz (die äußeren Ringe) ist heller als das ältere. Bei manchen Baumarten wie Kiefer, Lärche, Eibe, Eiche, Robinie, Ulme, Nussbaum und Kirschbaum verstopfen die Gefäße im alten Holz (das Holz in der Mitte) oder Harze werden eingelagert. Dieses dunkle Kernholz ist gegen Pilzbefall und Zersetzung widerstandsfähiger. Das helle Holz um das Kernholz herum wird Splintholz genannt.

Die Jahresringe bilden sich durch die unterschiedliche Geschwindigkeit des Dickenwachstums des Baumes (sogenannte Kambiumtätigkeit: neue Zellen bilden sich zwischen dem Holzteil und der Rinde) in den verschiedenen Jahreszeiten. Im Frühjahr nimmt der Baum viel Wasser auf. Dieses helle Frühholz besteht aus dünnen, großen Zellen. Das Holz, das später nachwächst (Spätholz), weist eine dickere Zellwanddicke auf und übernimmt somit die Aufgabe der Festigung. Dieses Holz ist dunkler, weil im Spätholz Nährstoffe gespeichert werden. Da der Stamm während des Herbstes und des Winters nicht wächst, gibt es, wenn im Frühjahr das Dickenwachstum wieder einsetzt, einen Unterschied zwischen dem Spätholz des vorigen Jahres und des neu gewachsenen Frühholzes.

Je geringer der Abstand zwischen den einzelnen Jahresringen, desto hochwertiger ist das Holz, da es auf Grund des langsamen Wachstums dauerhafter und rissbeständiger ist. Auf nährstoffreichem Boden (in tieferen Lagen), wächst die Fichte sehr schnell (bis zu 3 cm Abstand zum Jahresring des Vorjahres), im Hochgebirge (ab 1100 m) hingegen ist der Abstand nur 1 mm oder noch geringer!

Da es in den Tropen auf Grund der fehlenden Jahreszeiten kein unterschiedliches Dickenwachstum gibt, weisen die Tropenhölzer keine oder nur schwer erkennbare Jahresringe auf.

Neben der Altersbestimmung von Hölzern geben uns die Jahresringe auch über die klimatischen Bedingungen vor Jahrzehnten Auskunft. Dicke Jahresringe weisen auf ein feuchtes und warmes Klima hin – bei dünneren das Gegenteil. Mit der Dendrochronologie (Baumzeitkunde) werden Kalender erstellt, die bis 5.000 v. Chr. reichen.

Warum verzieht sich bzw. “arbeitet“ Holz?

Wird ein Baum frisch gefällt, so ist der Wassergehalt im Holz noch sehr hoch. Trocknet das Holz, so verliert es an Volumen. Allerdings schwindet das junge Holz (die äußersten Jahresringe) stärker, als jenes um den Kern herum. Das Holz verzieht sich. Wird ein Baum zum richtigen Zeitpunkt geerntet, so arbeitet das Holz nie so stark.

Empfohlene Lagerung- und Lufttrocknungszeiträume von Holz

Quelle: ... dich sah ich wachsen, Erwin Thoma  
Bauholz, je nach Verwendung und Anforderung: 1-5 Jahre
Böden und Schalungen aus Nadelholz: 1-2 Jahre
Böden aus Laubholz (Eichenholz benötigt die längste Lagerung): 2-4 Jahre
Möbelholz: 1 Jahr je Zentimeter Holzstärke

Holzkauf und -bearbeitung: Eine Wissenschaft für sich (Quelle: ... dich sah ich wachsen, Erwin Thoma; S. 169)

Herkunft: Hier ist der Transportweg und der Standort (radioaktiv verseuchte Gebiete sind zu meiden) wichtig und ob die Wälder wieder aufgeforstet werden oder nicht.
Alter: Die Dauerhaftigkeit und Ruhe hängt vom Alter des Baumes ab. Nadelbäume sollten älter als 120 Jahre sein, schnellwachsende Laubbäume (Birke und Erle) älter als 50 Jahre, mäßig und langsamwachsende Laubbäume (Ahorn, Esche, Buche, Eiche, Ulme) mind. 100-200 Jahre.
Chemie im und am Holz: Wird der Baum zum richtigen Zeitpunkt geerntet, werden keine Insektizide benötigt. Es ist auch zu beachten, ob für den Transport oder im Sägewerk Holzschutzmittel angewendet worden sind. Bei der Weiterverarbeitung sollten Hilfsstoffe (zB Leim) mit Formaldehyd und Isocyanat gemieden werden. Die Oberfläche sollte nicht mit synthetisch-chemischen Lacken, sondern mit Harzen, Ölen oder Wachsen behandelt werden.
Zweck: Wird für die Konstruktion ein ruhiges Holz benötigt? Für stark beanspruchte Bodenflächen eignen sich zum Beispiel Buche, Eiche, Esche (langsam wachsendes, hartes Holz)
Standort: Wird das Holz der Verwitterung ausgesetzt, so sollte unbehandeltes Lärchen-, Eichen- oder Robinienholz verwendet werden.
Holzerntezeitpunkt: Die Ruhe und Dauerhaftigkeit hängt neben dem Alter der Bäume auch vom Erntezeitpunkt ab. Die richtige Jahreszeit ist der Winter (da der Baum nicht in vollem Saft steht), die richtige Mondphase ist der Neumond bzw. abnehmender Mond. Dies sollte vor allem bei Bauholz beachtet werden.
Holzart: Sie muss dem Geschmack, der Seele und der Gesundheit entsprechen. Eine Übersicht über die verschiedenen Holzarten finden Sie hier.
Recycling: Kann das Holz nach dem Gebrauch kompostiert oder verbrannt werden ohne dass nachteilige Folgen für die Umwelt und den Menschen befürchtet werden müssen?
Richtige Schnittart: Für Wintergärten sollte ein kernfreier Einschnitt bevorzugt werden, für Holzfußböden im Badezimmer stehende Jahresringe.